45 Methoden – Hochwertige Heilmittel in der eigenen Küche herstellen

(Barbara Kircher-Storch, Michaela Hahner, Claudia Kircher, Freya Verlag, 2021)

Buchrezension von Gudrun Dieta Walcher

Oft versprechen Buchtitel und Kurzbeschreibung viel mehr als der Inhalt letztendlich halten kann.

Darum war ich zunächst skeptisch als das Buch vor mir lag. Doch wurden meine Bedenken beim Durchblättern des vorliegenden Werkes zur Gänze ausgeräumt.

Das Buch der drei Autorinnen enthält eine Vielfalt und Fülle an Anregungen und Ideen was man aus Kräutern alles mit einfachen Hilfsmitteln machen kann. Zunächst habe ich wahllos einige Kapitel aufgeschlagen und mich in die Rezepturen und Anleitungen vertieft. Da ich als Apothekerin und Kräuterpädagogin mehr oder minder mit der Herstellung von Arzneien vertraut bin, war ich in kurzer Zeit von der Qualität der beschriebenen Prozesse überzeugt. Die einzelnen Themen werden nicht nur angerissen, sondern in Wort und Bild genauestens beschrieben, und zwar so, dass es auch für den Laien und Neuling in Sachen Heilpflanzenverarbeitung problemlos nachvollziehbar ist.

Die Spannbreite des Buches reicht von einfachen Kräuterauszügen wie Tees, Tinkturen, Ölauszügen über Kompressen, Salben, Bäder, Sirupe, Heilweine, Hildegard-Medizin, Sonnenauszügen bis zur Herstellung von Hydrolaten, Latwergen, Zäpfchen, Pastillen, Waschmitteln und vielem mehr. Eine vollständige Aufzählung würde hier den Rahmen sprengen. Ich war erstaunt, dass in nur einem Buch so viele Anwendungsmöglichkeiten und Ideen Platz finden. Der Blick ins Buch ist lohnenswert.

Die meisten der vorliegenden Rezepturen sind mit einfachen Küchenutensilien zu bewerkstelligen. Die beschriebene Destille Hydrolati, der Fluidi Perkolator, das wunderschöne Augenbadeglas Oculusi und vieles Nützliches mehr ist über die Seite des Rhöner Kräuterwerks www.rhoener-kraeuterwerk-hydrolati.de beziehbar. Die Anleitungen sind gut gegliedert und auf mögliche Fehlerquellen wird aufmerksam gemacht. Hintergrundwissen, Haltbarkeit, Anwendung, Dosierung und Warnhinweisen ist ausreichend Platz gegeben.

Die Begeisterung der Autorinnen für das Thema der Heilmittelherstellung in der eigenen Küche ist spürbar und zieht den Leser in seinen Bann. Inspiriert durch die Anleitungen werde ich das eine oder andere Rezept ausprobieren. Das Buch bekommt von mir auf jeden Fall fünf Sterne!

KP Walcher Gudrun Dieta
email:info(at)elfenkraut.at
www.elfenkraut.at/

Sonnenschirme mit ihren Schattenseiten Doldenblütler

Doldenblütler mit ihren Heil- und Giftpflanzen sicher erkennen und bestimmen

Montag, 17. Juni 2019, von 9.30 – ca. 17.00 Uhr, in Traun
mit Dipl. Ing. agr. Hansjörg Hauser FH, Trainer, Kräuterpädagoge, Gästeführer

Endlich wieder mal an die Doldenblütler heranwagen! Irgendwie scheinen diese
„weißen Schirme“ ja alle gleich auszuschauen aber dennoch fasziniert jede Art
auf ihre besondere Weise. Wir entdecken zu dieser Jahreszeit mit Spaß und System
die besonderen Unter-scheidungsmerkmale über das Sehen, Schmecken und Erfühlen.
So erlernen wir Heil- und Giftpflanzen der Saison gemeinsam sicher zu unterscheiden.
Der Erfolg steht auf unserer Seite. Nebenbei haben wir aber auch Zeit für das
Bestaunen anderer Wildkräuter.

Höhepunkt ist die ethnobotanische Wanderung über letzte Relikte der sog. Welser
Heide in Traun/St. Martin, Industriezone Rubensstraße. Inmitten von trockenen
Schotterfeldern und Heckensäumen entdecken wir so exotische wie faszinierende
Doldis: Feldmannstreu, Heckenkälberkropf, Sichelmöhre und Berghaarstrang.

Mit viel Glück stoßen wir auch auf den Gelben Günsel, die Gelbe Sommerwurz
und die Hauhechel.

Mitgebrachte Arten runden das heitere Pflanzenbestimmen ab und der kollegiale
Austausch fördert ebenfalls unser Wissen rund um die pflanzliche Hausapotheke
und Ethnobotanik.

Treffpunkt/Uhrzeit: Wirtshaus „Hexenpfandl“, Rubensstraße 42, 4050 Traun,

Start um 9.30 Uhr, Dauer max. bis 17 Uhr

Die Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt!

Bitte mitbringen: – festes Schuhwerk und wettergerechte Kleidung –
gutes Bestimmungsbuch – Schreibzeug – Botanikerlupe, Foto – gute Stimmung –
Für Kinderwägen u.ä. nicht geeignet!

Preis: € 45,- / TM max. Teilnehmer 22 Personen

Anmeldung bei Helga Ennemoser +43 699/19232527 | helga.e@gmx.at

Kursleitung:
Hansjörg Hauser
DIPLOM-AGRARINGENIEUR (FH) / KRÄUTERPÄDAGOGE / DOZENT/TRAINER / PROJEKTENTWICKLER





Gerhard Merz: Heilende Rituale mit Räucherwerk
Reinigen und energetisieren mit Wurzeln, Kräutern, Hölzern und Harzen

Freiburg: Hans Nietsch-Verlag, 2017
ISBN 978 – 3- 86264-674-6
16,90 Euro (D)

Düfte von sanft verglosenden oder verräucherten Pflanzen versetzen
in unterschiedlichste Stimmungen. Gerhard Merz spürt dem
jahrtausendealten und auf der ganzen Welt verbreiteten
Brauch des Verräucherns von Wurzeln, Kräutern, Hölzern
und Harzen mit viel Fachwissen und einem reichen Erfahrungsschatz nach.

Räucherwerk von A bis Z, Rezepturen mit Tradition, praktische
Tipps für die Herstellung von Kräuterbündeln und Räucherkegeln,
ein Sammelkalender und eine umfangreiche Zusammenstellung
weltweiter Rituale, die mit dem Verräuchern von Pflanzen
in Verbindung gebracht werden, machen das Buch zu einem guten
Nachschlagewerk für Einsteiger, aber auch für alle jene, die
bereits mit dem Räuchern vertraut sind und an diesen
sinnlichen Ritualen Gefallen gefunden haben.

Besonders lesenswert ist auch die Darstellung von Traditionen
aus dem Voralpenraum, wobei nicht nur unterschiedlichste
Gerätschaften aus dem bäuerlichen Haushalt, die zum Räuchern
verwendet wurden, sondern auch die Lieblingskräuter der Alpenländler
besprochen werden. Mit weltweiten Räucherfesten nach dem Mond klingt
das informative und ansprechend gestaltete Buch aus und lädt ein
zum Experimentieren – geleitet vom eigenen Empfinden, Nase und Gefühl.