fichte

Einmal ging Jesus mit seinen Jüngern über das Land. Der Wind hatte an diesem Tage besonders gut ausgeschlafen und machte sich ein Vergnügen daraus, die Wolken recht rasch am Himmel dahinzujagen. Schlimm wäre das nun gerade nicht gewesen, dass die Wanderer bald im Sonnenschein, bald im Wolkenschatten, gehen mussten; aber es blieb nicht ganz dabei.

Es kam schließlich statt des Schattens auch einmal ein tüchtiger Regenguss. Große, schwere Tropfen. Und die weichten rasch durch. Ein Haus war nicht in der Nähe. Nur ein einziger hoher Baum, eine Fichte, stand auf einem Hügel am Wege.

Petrus wies darauf hin und sprach:“ Der kommt ja wie erwünscht. Unter den wollen wir uns doch stellen!“
Der Herr aber, der sehen mochte, dass für alle doch nicht Schutz darunter wäre, meinte:“ Wer den regen so rasch geschickt, der wird auch bald wieder Sonne schicken!“ Dabei ging er ohne zaudern weiter, und seine Jünger folgten. Nur Petrus wollte ein wenig Recht haben, lief den Hügel hinauf und stellte sich unter das ziemlich tief herabreichende Geäst.

Der Baum, der den Herrn schon von weitem hatte kommen sehen und ihn erkannte, verwunderte sich, dass Petrus schier klüger sein wollte als der her oder doch verstanden hatte, weshalb dieser im Regen weiterwanderte. Er ärgerte sich geradezu über Petrus.

Als Petrus sich daher kaum an den Stamm gestellt hatte, wo er vor dem Regen gesichert zu sein glaubte, da fingen die Äste des Baumes an, sich zu bewegen und nach unten zu schlagen, fast so wie der Gockelhahn auf dem Zaun mit seinen Flügeln schlägt. Treffen konnten die Zweige den Petrus ja nicht, sie hingen doch eine Spur zu hoch; aber die Regentropfen prasselten nur so auf ihn herab, noch ganz anders als im Freien. Petrus wurde nass bis auf die Haut.

Als er den anderen endlich wieder nachgekommen war- der Regen hörte draußen früher auf als unter dem Baum- , da hatte er am meisten davon erwischt.
Dem Willen Jesu zufolge behielt der Fichtenbaum zur Erinnerung an diesem Tag seine Äste für immer nach unten gerichtet. Und alle, die von ihm abstammen, tragen sie ebenso!

Eure
Miesenberger Magdalena


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