Die Forschergruppe Klostermedizin Würzburg hat wieder einen tollen Beitrag über die Möglichkeit
mit der Verwechslung des Bärlauch mit anderen Pflanzen zusammen getragen.
Es wird immer wieder vor Verwechslungen des Bärlauchs mit dem Maiglöckchen gewarnt, die größere Gefahr besteht unserer Meinung nach aber bei der Herbstzeitlosen. Alleine in der Schweiz kommt es jährlich zu mehr als einem Dutzend gemeldeten Verwechslungen und anschließenden Vergiftungen im Jahr. Die Dunkelziffer dürfte bedeutend höher liegen.
Die Herbstzeitlose enthält das Zellgift Colchicin, das bereits bei einer Dosis von einem Milligramm je Kilogramm Körpergewicht lebensgefährlich sein kann.
Der Tipp, an den Blättern zu riechen, ist spätestens nach einer Weile des Sammelns ziemlich hinfällig, da der Geruch an den Fingern das Ergebnis ziemlich deutlich verfälschen dürfte. Die drei Pflanzen sind aber schon alleine aufgrund ihres Wuchses sehr eindeutig voneinander zu unterscheiden:
Bärlauch:
– die Blätter sind elliptisch, haben einen Stil, charakteristisch ist der Geruch nach Knoblauch
– zwei Blätter je Pflanze wachsen einzeln aus dem Boden
– weiße Blüten wachsen in einer Art Dolde, diese wachsen zuerst in einer Hülle nach oben
Herbstzeitlose:
– die Blätter sind lanzettenförmig, ungestielt und geruchlos
– drei bis vier fleischige Blätter je Stängel, sie umfassen diesen tulpenartig.
– violette Blüten im Herbst
Maiglöckchen:
– die Blätter sind elliptisch und geruchlos.
– zwei bis drei Blätter umfassen den Stängel, ähnlich der Herbstzeitlosen
– mehrere kleine, weiße Blüten hängen vom Blütenstiel
Quelle: http://www.klostermedizin.de/

Nachtrag von mir. Auch der Aronstab stellt immer wieder eine Gefahr mit der Verwechslung dar, weil er auch zwischen dem Bärlauch zeitgleich in Erscheinung tritt, und in den letzten Jahren sich in den Wäldern immer mehr ausbreitet. Er ist aber relativ gut zu unterscheiden gegen über der Herbstzeitlosen und dem Maiglöckchen.
2013 war auch eine Rückrufaktion vom Hofer wegen dem Aronstab.
http://2-4.co/hofer-ruft-baerlauch-aus-wildsammlung-wegen-moeglicher-vergiftungsgefahr-zurueck_22703/

Hier zum Vergleich die beiden Blätter neben einander.
Foto: http://www.ages.at/index.php?eID=tx_cms_showpic&file=66214&md5=7e409c5a96836a76f7176b6fb150767b1e3b9002&parameters%5B0%5D=YTo0OntzOjU6IndpZHRoIjtzOjM6IjgwMCI7czo2OiJoZWlnaHQiO3M6NDoiNjAw&parameters%5B1%5D=bSI7czo3OiJib2R5VGFnIjtzOjQxOiI8Ym9keSBzdHlsZT0ibWFyZ2luOjA7IGJh&parameters%5B2%5D=Y2tncm91bmQ6I2ZmZjsiPiI7czo0OiJ3cmFwIjtzOjM3OiI8YSBocmVmPSJqYXZh&parameters%5B3%5D=c2NyaXB0OmNsb3NlKCk7Ij4gfCA8L2E%2BIjt9

Weiterführende Links:
Pharmazeutische Zeitung: http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=medizin2_19_2005
Ages.at :http://www.ages.at/themen/lebensmittel/pflanzliche-lebensmittel/baerlauch/
wildkräuterwanderung
(Fotoquelle: Schweizer Radio und Fernsehen)

Wir möchten Euch natürlich nicht die Freude am Bärlauch sammeln nehmen :-), sondern nur darauf Hinweisen, wie der Kräuterpfrarrer Künzle schon immer sagte:“ Den Bärlauch lasse man nie sammeln durch Kinder und ungeschickte Leute, weil sie selbe leicht verwechseln könnten mit den giftigen Zeitlosen, die oft gerade daneben wachsen.“

Wer sich aber noch ein wenig unsicher beim Sammeln ist, geht einfach mit einer unserer Kräuterpädagogen/Innen bei einer Wildkräuterführung mit. http://www.wildkraeuterleben.at/?page_id=46

Eine schöne Bärlauchzeit,
KP Christian


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